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Grannen beim Hund: Die kleine Sommer-Gefahr, die man viel zu leicht übersieht

  • 12. Juni
  • 7 Min. Lesezeit
Chihuahua im trockenen Sommergras mit Ähren als Warnung vor Grannen beim Hund

Grannen können sich beim Hund an Pfoten, Ohren, Augen oder in der Nase festsetzen.


Es gibt Warnungen, die sieht man im Sommer jedes Jahr wieder. Manche scrollt man kurz weg, manche speichert man sich innerlich ab. Und dann gibt es Themen, bei denen man als Hundemensch einmal genauer hinschauen sollte. Grannen beim Hund gehören genau dazu.

Auf den ersten Blick wirken sie völlig harmlos. Ein paar trockene Ähren am Wegesrand, ein bisschen hohes Gras, ein Feld, das nach Sommer aussieht. Für uns Menschen ist das oft nur Landschaft. Für Hunde kann es aber unangenehm, schmerzhaft und im schlimmsten Fall richtig gefährlich werden. Gerade kleine Hunde wie ein Chihuahua laufen mit Nase, Augen und Bauch viel näher an diesen trockenen Pflanzenteilen vorbei. Sie schnüffeln, bleiben stehen, stecken den Kopf ins Gras, laufen durch Randstreifen oder setzen sich kurz in eine Wiese. Genau in solchen Momenten kann eine Granne hängen bleiben.

Das Gemeine daran ist: Man sieht das Problem nicht immer sofort. Eine Granne kann erst im Fell stecken, dann zwischen die Zehen rutschen, ins Ohr geraten oder beim Schnüffeln in die Nase gelangen. Und weil diese Pflanzenteile kleine Widerhaken haben, bewegen sie sich oft nicht einfach wieder heraus. Sie können sich festsetzen und durch Bewegung sogar tiefer wandern. Genau deshalb machen Tierärzte und Tierschutzorganisationen jedes Jahr wieder darauf aufmerksam.

Dieser Artikel soll keine Angst machen. Aber er soll wach machen. Denn wer weiß, worauf er achten muss, kann seinen Hund besser schützen.

Was sind Grannen überhaupt?

Grannen sind borstige, spitze Pflanzenteile, die an bestimmten Getreidearten und Gräsern sitzen. Man findet sie zum Beispiel an Ähren von Gerste, Roggen, Weizen, Hafer oder auch an verschiedenen Wildgräsern. Besonders bekannt ist die Mäusegerste, die an Wegrändern, trockenen Wiesen und in Städten häufig vorkommt.

Typisch für Grannen ist ihre Form. Sie sind schmal, hart, spitz und oft mit kleinen Widerhaken versehen. Genau diese Widerhaken machen sie für Hunde so problematisch. Eine Granne kann sich im Fell verhaken, an der Haut festsetzen oder in Körperöffnungen geraten. Wenn sie einmal in eine Richtung wandert, kommt sie oft nicht von allein zurück.

Man kann sich das ein bisschen wie einen kleinen Pflanzenpfeil vorstellen. Er ist nicht böse, natürlich nicht. Aber er ist so gebaut, dass er sich festhält. In der Natur hilft das der Pflanze bei der Verbreitung ihrer Samen. Für Hunde ist es einfach Pech, wenn dieser Mechanismus an Pfoten, Ohren, Augen oder Nase landet.

Wann ist Grannenzeit?

Die typische Grannenzeit beginnt je nach Wetter und Region meist im späten Frühjahr und zieht sich durch den Sommer bis in den frühen Herbst. Besonders kritisch wird es, wenn Gräser trocken werden. Dann lösen sich die Pflanzenteile leichter, bleiben schneller im Fell hängen und liegen häufiger auf Wegen, Wiesenrändern oder Feldwegen.

Achte besonders auf diese Stellen:

  • trockene Wiesen im Sommer

  • Feldränder und Wegränder

  • hohe Gräser neben Gehwegen

  • braune, harte Ähren an schmalen Halmen

  • Bereiche, in denen dein Hund viel schnüffelt

  • Stellen, an denen Gras bereits abgeschnitten wurde

Gerade nach warmen, trockenen Tagen lohnt sich ein gründlicher Blick. Nicht erst, wenn der Hund humpelt. Lieber einmal zu viel kontrollieren als später mit Schmerzen in der Tierarztpraxis sitzen.

Grannen beim Hund: Warum sie so gefährlich sind

Das Problem bei Grannen ist nicht nur, dass sie pieksen. Das wäre unangenehm, aber meistens noch überschaubar. Gefährlich werden sie, weil sie sich mit ihren Widerhaken im Fell oder Gewebe festsetzen können. Sie können in die Haut eindringen, Entzündungen auslösen und sich weiter in den Körper vorarbeiten.

Besonders häufig betroffen sind:

  • Pfoten, vor allem zwischen den Zehen

  • Ohren, besonders bei Hunden mit hängenden oder stark behaarten Ohren

  • Nase, weil Hunde beim Schnüffeln Grannen einatmen können

  • Augen, wenn eine Granne unter das Lid oder an die Bindehaut gelangt

  • Achseln und Leisten, weil dort die Haut empfindlicher ist

  • Bauch und Brust, wenn der Hund durch hohes Gras läuft

Eine Granne, die nur oberflächlich im Fell hängt, kann man oft vorsichtig entfernen. Sitzt sie aber schon in der Haut, im Ohr, in der Nase oder am Auge, sollte man nicht lange herumprobieren. Dann ist eine tierärztliche Kontrolle wichtig.

Die typischen Symptome: So merkst du, dass etwas nicht stimmt

Das Tückische ist: Ein Hund kann nach dem Spaziergang erst ganz normal wirken. Und plötzlich beginnt er, sich auffällig zu verhalten. Vielleicht leckt er an einer Pfote. Vielleicht schüttelt er den Kopf. Vielleicht niest er immer wieder. Genau diese kleinen Veränderungen sind wichtig.

Granne in der Pfote

Die Pfoten sind bei Hunden besonders gefährdet. Grannen bleiben gern zwischen den Zehen hängen. Dort ist es warm, eng und oft etwas feucht. Wenn die Granne weiter wandert, kann sie sich in die Haut bohren.

  • dein Hund leckt oder knabbert ständig an einer Pfote

  • er humpelt plötzlich

  • er will die Pfote nicht richtig belasten

  • zwischen den Zehen ist eine Rötung oder Schwellung sichtbar

  • dein Hund zieht die Pfote weg, wenn du schauen möchtest

Granne im Ohr

Eine Granne im Ohr kann sehr schmerzhaft sein. Oft merkt man es daran, dass der Hund plötzlich heftig den Kopf schüttelt oder sich am Ohr kratzt. Manche Hunde halten den Kopf schief. Andere werden unruhig und lassen sich kaum anfassen.

  • starkes Kopfschütteln

  • Kratzen am Ohr

  • schiefe Kopfhaltung

  • Schmerzreaktion beim Berühren

  • unangenehmer Geruch oder Ausfluss aus dem Ohr

Granne in der Nase

Hunde schnüffeln nicht vorsichtig. Sie leben mit der Nase. Genau deshalb kann eine Granne beim Schnüffeln eingeatmet werden. Das passiert oft plötzlich und wirkt für viele Halter erst einmal erschreckend.

  • heftiges, anfallartiges Niesen

  • Reiben der Nase am Boden oder mit der Pfote

  • einseitiger Nasenausfluss

  • Blut aus einem Nasenloch

Granne im Auge

Am Auge wird es besonders empfindlich. Eine Granne kann unter das Lid rutschen oder im Bereich der Bindehaut sitzen. Das kann schnell zu Schmerzen, Reizungen oder sogar Verletzungen der Hornhaut führen.

  • dein Hund kneift ein Auge zu

  • das Auge tränt stark

  • er reibt sich mit der Pfote am Auge

  • das Auge ist gerötet oder wirkt lichtempfindlich

Was du nach jedem Spaziergang kontrollieren solltest

Eine gute Routine dauert nicht lange. Zwei bis fünf Minuten reichen oft schon, wenn man weiß, wo man schauen muss. Wichtig ist, dass du ruhig bleibst und deinen Hund nicht hektisch absuchst. Viele Hunde lassen sich besser kontrollieren, wenn daraus ein kleines Ritual wird.

Die schnelle Grannen-Checkliste

  • Pfoten und Zwischenzehenräume

  • Ballen und Krallenbereich

  • Ohren und Ohransatz

  • Augenwinkel, Nase und Schnauze

  • Achseln, Leistenbereich, Bauch und Brust

Bei langhaarigen Hunden oder Hunden mit dichtem Fell sollte man noch genauer sein. Aber auch kurzhaarige Hunde sind nicht automatisch sicher. Eine Granne braucht nicht viel Fell, um hängen zu bleiben.

Was tun, wenn du eine Granne findest?

Wenn die Granne locker im Fell hängt, kannst du sie vorsichtig entfernen. Am besten mit den Fingern oder einer Pinzette. Wichtig ist, dass du sie vollständig herausbekommst und danach die Stelle kontrollierst.

Du kannst selbst handeln, wenn die Granne nur oberflächlich im Fell liegt, nicht in der Haut steckt, dein Hund keine Schmerzen zeigt und keine Schwellung oder Blutung sichtbar ist.

Zum Tierarzt solltest du, wenn die Granne in der Haut steckt, dein Hund humpelt, stark niest, den Kopf schüttelt, Schmerzen zeigt oder Auge, Ohr oder Nase betroffen sein könnten. Gerade dieses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, sollte man ernst nehmen.

Warum kleine Hunde besonders aufmerksam kontrolliert werden sollten

Kleine Hunde wie Chihuahuas sind nicht automatisch empfindlicher gegenüber Grannen, aber sie sind näher am Boden. Das bedeutet: Nase, Augen, Brust und Bauch kommen schneller mit trockenen Gräsern in Kontakt. Wenn ein Chihuahua durch einen hohen Grasstreifen läuft, ist das für ihn nicht nur Gras am Bein. Es kann fast wie ein kleiner Wald sein.

Dazu kommt: Kleine Pfoten haben kleine Zwischenräume. Eine Granne kann dort schnell verschwinden. Man sieht sie nicht sofort, vor allem wenn der Hund ungern stillhält. Deshalb ist eine ruhige Kontrolle nach dem Spaziergang so wertvoll.

Bei Orlando würde ich zum Beispiel besonders auf die Pfoten, die Ohren und die Nase achten. Nicht aus Panik, sondern aus Gewohnheit. Ein kurzer Check kann viel Ärger verhindern.

Vorbeugung: So senkst du das Risiko

Ganz vermeiden kann man Grannen nicht. Hunde sollen draußen leben, schnüffeln und entdecken dürfen. Aber man kann das Risiko deutlich senken, wenn man im Sommer bewusster unterwegs ist.

  • trockene Feldränder in der Grannenzeit meiden

  • nicht durch hohe, trockene Gräser laufen lassen

  • nach dem Spaziergang sofort kontrollieren

  • Fell zwischen den Ballen vorsichtig kurz halten

  • bei auffälligem Verhalten nicht abwarten

Was man lieber nicht tun sollte

Manchmal möchte man sofort helfen. Das ist verständlich. Aber bei Grannen kann zu viel Herumprobieren gefährlich werden. Bitte nicht mit Wattestäbchen tief ins Ohr gehen, nicht am Auge reiben, stark eingedrungene Grannen nicht herausziehen und bei auffälligen Symptomen nicht lange warten.

Eine Granne ist ein Fremdkörper. Wenn sie tiefer sitzt, muss sie vollständig entfernt werden. Bleibt ein Stück zurück, kann die Entzündung weitergehen. Genau deshalb ist der Tierarzt bei Auge, Ohr, Nase oder deutlichen Schmerzen immer der bessere Weg.

Ein ehrlicher Blick: Nicht jede Granne ist ein Notfall

Es wäre übertrieben zu sagen, dass jede Granne sofort lebensgefährlich ist. Das stimmt so nicht. Viele Grannen hängen nur im Fell und lassen sich einfach entfernen. Aber es wäre genauso falsch, das Thema kleinzureden. Denn Grannen können, wenn sie ungünstig sitzen, ernsthafte Entzündungen und Verletzungen verursachen.

Eine Granne im Fell? Meist schnell erledigt. Eine Granne zwischen den Zehen? Genau schauen. Eine Granne im Ohr, in der Nase oder im Auge? Bitte nicht lange warten.

Mein Fazit: Sommer genießen, aber mit offenen Augen

Die Grannenzeit gehört für Hundemenschen leider zum Sommer dazu. Sie ist kein Grund, Spaziergänge zu vermeiden oder den Hund nur noch auf Asphalt laufen zu lassen. Aber sie ist ein guter Grund, etwas aufmerksamer zu sein.

Für mich ist der wichtigste Punkt: Nach dem Spaziergang kurz kontrollieren. Nicht erst, wenn etwas passiert. Pfoten anschauen, Ohren prüfen, einmal über Bauch, Brust und Achseln streichen. Das dauert nicht lange und kann deinem Hund Schmerzen ersparen.

Und wenn dein Hund plötzlich humpelt, niest, den Kopf schüttelt oder sich auffällig an einer Stelle leckt, dann nimm es ernst. Gerade bei Grannen ist frühes Handeln oft der Unterschied zwischen einer schnellen Entfernung und einer schmerzhaften Entzündung.

Kurze Merkliste für Hundebesitzer

  • Grannen sind spitze Pflanzenteile mit Widerhaken.

  • Sie können im Fell hängen bleiben oder in Haut, Ohr, Nase und Auge geraten.

  • Typische Warnzeichen sind Humpeln, Lecken, Niesen, Kopfschütteln und Augenreiben.

  • Nach Spaziergängen durch trockene Wiesen und Feldränder immer kontrollieren.

  • Bei Schmerzen, Schwellung, Auge, Ohr oder Nase immer zum Tierarzt.

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