Hundekrankheiten von A-Z: Symptome erkennen und richtig reagieren
Aktualisiert: 26. Aug.

Manchmal merkt man es nicht an einem großen Zeichen, sondern an vielen kleinen Dingen. Der Hund frisst langsamer. Er schläft mehr als sonst. Er zieht sich zurück, wirkt unruhig oder schaut einen so an, dass man innerlich sofort denkt: Irgendetwas stimmt nicht.
Genau deshalb ist ein guter Überblick über Hundekrankheiten von A-Z so wertvoll. Nicht, damit du zu Hause selbst Diagnosen stellst. Sondern damit du typische Symptome früher erkennst, ruhiger reagierst und besser einschätzen kannst, wann ein Tierarzt wichtig ist.
Gerade bei kleinen Hunden wie Chihuahua Orlando schaue ich lieber einmal genauer hin. Kleine Hunde können sehr tapfer sein. Und manchmal wirken sie noch ganz normal, obwohl im Körper schon etwas los ist.
Wichtig vorab: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Er soll dir helfen, Beschwerden verständlicher einzuordnen und schneller zu erkennen, wann Hilfe nötig ist.
Kurzüberblick: Worum es in diesem Ratgeber geht
typische Hundekrankheiten verständlich erklärt
wichtige Symptome, die du im Alltag beobachten kannst
Warnzeichen, bei denen du nicht abwarten solltest
Vorsorge-Tipps für mehr Hundegesundheit
Wann du sofort zum Tierarzt solltest
Nicht jedes Niesen, Bauchgrummeln oder Kratzen ist ein Notfall. Aber es gibt Situationen, bei denen man besser nicht wartet. Besonders bei Welpen, Senioren, sehr kleinen Hunden oder Hunden mit Vorerkrankungen kann sich der Zustand schneller verschlechtern.
Wenn du unsicher bist, ist ein kurzer Anruf beim Tierarzt oft besser als stundenlanges Grübeln.
Atemnot, blaue Zunge, starkes Würgen oder anhaltender Husten
Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Zusammenbrechen oder starke Schwäche
wiederholtes Erbrechen, blutiger Durchfall oder sehr wässriger Durchfall
starke Schmerzen, Unfall, Bissverletzung oder offene Wunde
aufgeblähter Bauch, Futterverweigerung, Apathie oder Fieber
Hundekrankheiten von A-Z: Die wichtigsten Themen verständlich erklärt
Diese Übersicht ist bewusst alltagstauglich geschrieben. Du findest nicht nur Namen von Krankheiten, sondern auch typische Anzeichen und Hinweise, worauf du achten kannst. So bleibt der Text besser lesbar und du findest schneller, was für dich gerade wichtig ist.
Abszess
Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung unter der Haut. Er kann nach kleinen Verletzungen, Bissen, eingedrungenen Fremdkörpern oder Entzündungen entstehen. Oft sieht man eine Schwellung, die warm, gerötet oder schmerzhaft sein kann. Manche Hunde lecken ständig an dieser Stelle oder lassen sich dort plötzlich nicht mehr anfassen.
Wichtig: Bitte nicht selbst ausdrücken oder aufstechen. Dadurch können Keime tiefer ins Gewebe gelangen.
Analdrüsenentzündung
Wenn ein Hund mit dem Po über den Boden rutscht, häufig am After leckt oder unangenehm riecht, können die Analdrüsen gereizt oder entzündet sein. Auch Schmerzen beim Kotabsatz sind möglich. Das ist unangenehm und sollte abgeklärt werden, wenn es wiederholt auftritt.
Plötzliche Unsauberkeit oder Po-Rutschen ist kein Trotz, sondern oft ein körperliches Signal.
Arthrose
Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung. Sie entsteht oft langsam. Viele Hunde springen weniger gern, laufen steifer, meiden Treppen oder brauchen nach dem Aufstehen länger, bis sie locker werden. Bei kleinen Hunden fällt das manchmal später auf, weil man sie schneller hochhebt.
Arthrose ist nicht einfach nur Alter. Mit guter Begleitung kann die Lebensqualität oft deutlich verbessert werden.
Bauchspeicheldrüsenentzündung
Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann ernst sein. Typisch sind Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Schwäche oder eine gekrümmte Haltung. Manche Hunde wirken einfach nur elend und möchten nicht berührt werden.
fettige Essensreste können empfindliche Hunde belasten
bei Erbrechen, Schmerzen und Mattigkeit bitte tierärztlich abklären lassen
Blasenentzündung
Eine Blasenentzündung erkennst du oft an häufigem Pinkeln, kleinen Urinmengen, Unruhe, Lecken im Genitalbereich oder Schmerzen. Manchmal ist Blut im Urin sichtbar. Auch wenn ein stubenreiner Hund plötzlich in die Wohnung macht, kann eine körperliche Ursache dahinterstecken.
Wenn dein Hund plötzlich unsauber wird, denke immer auch an Gesundheit.
Borreliose und andere Zeckenkrankheiten
Zecken können Krankheitserreger übertragen. Nicht jeder Zeckenstich macht krank, aber Fieber, Lahmheit, geschwollene Gelenke, Mattigkeit oder Appetitlosigkeit nach einem Zeckenfund solltest du ernst nehmen. Nach Spaziergängen im Gras, Wald oder Gebüsch lohnt sich eine kurze Kontrolle.
Zecken früh entfernen
Stichstelle beobachten
bei Lahmheit oder Fieber nicht abwarten
Cushing-Syndrom
Beim Cushing-Syndrom verändert sich der Hormonhaushalt. Viele Hunde trinken mehr, müssen häufiger pinkeln, haben starken Hunger, werden müder oder entwickeln Fell- und Hautveränderungen. Weil diese Symptome langsam kommen, werden sie leicht als normales Altern abgetan.
Mehr Durst über mehrere Tage oder Wochen ist ein wichtiges Zeichen, das du beobachten solltest.
Diabetes mellitus
Diabetes kann sich durch starken Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust trotz Appetit, Müdigkeit oder trübe Augen bemerkbar machen. Unbehandelt kann Diabetes gefährlich werden. Mit Diagnose, Fütterungsplan und tierärztlicher Therapie können viele Hunde aber gut damit leben.
Bitte bei Verdacht nicht mit Futterexperimenten herumprobieren, sondern Blut und Urin untersuchen lassen.
Durchfall
Durchfall ist häufig. Ursachen können Futterwechsel, Stress, unverträgliche Snacks, Parasiten, Infektionen oder Erkrankungen der Verdauungsorgane sein. Ein einmaliger weicher Kot ist nicht automatisch dramatisch. Kritisch wird es, wenn Durchfall stark, blutig, sehr wässrig oder wiederholt auftritt.
bei Welpen, Senioren und sehr kleinen Hunden schneller reagieren
auf Trinken, Energie und Schleimhäute achten
bei Blut, Fieber, Erbrechen oder Schwäche zum Tierarzt
Epilepsie und Krampfanfälle
Ein Krampfanfall ist erschreckend. Der Hund kann umfallen, zucken, speicheln, urinieren oder kurz nicht ansprechbar sein. Wichtig ist, ihn nicht festzuhalten und nichts in den Fang zu stecken. Räume Gegenstände weg, bleibe ruhig und miss die Zeit.
Ein erster Krampfanfall sollte immer tierärztlich abgeklärt werden.
Futtermittelallergie und Unverträglichkeit
Futter kann Haut und Bauch beeinflussen. Hinweise können Juckreiz, Pfotenlecken, Ohrenprobleme, Blähungen, Bauchgrummeln, Durchfall oder wiederkehrende Hautentzündungen sein. Nicht jeder Juckreiz ist eine Allergie, aber wiederkehrende Beschwerden sollte man ernst nehmen.
Eine echte Ausschlussdiät funktioniert nur konsequent und am besten mit tierärztlicher Begleitung.
Gastritis
Eine Magenschleimhautentzündung kann durch Futter, Stress, Medikamente, Infektionen oder verschluckte Dinge entstehen. Typische Zeichen sind Erbrechen, Schmatzen, Grasfressen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen oder Unruhe.
Wenn Erbrechen mehrfach auftritt, Blut dabei ist oder dein Hund matt wirkt, bitte nicht lange abwarten.
Giardien
Giardien sind Darmparasiten. Sie können Durchfall, Schleim im Kot, üblen Geruch, Bauchprobleme und Gewichtsverlust verursachen. Manche Hunde zeigen wechselnde Beschwerden, andere kaum etwas. Weil Giardien ansteckend sind, ist Hygiene besonders wichtig.
Kotprobe untersuchen lassen
Decken, Näpfe und Liegeplätze reinigen
Kot draußen immer sofort entsorgen
Hautprobleme, Haarlinge und Parasiten
Kratzen ist ein Symptom, aber noch keine Diagnose. Dahinter können Flöhe, Milben, Haarlinge, Allergien, trockene Haut, Pilze oder Stress stecken. Achte auf Juckreiz, Schuppen, kahle Stellen, Rötungen, Krusten oder häufiges Lecken.
Bitte nicht einfach irgendein Mittel ausprobieren. Dosierung und Wirkstoff müssen zum Hund passen.
Leptospirose
Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die unter anderem über Urin infizierter Tiere und verunreinigtes Wasser übertragen werden kann. Mögliche Symptome sind Fieber, Mattigkeit, Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht oder Nierenprobleme. Die Krankheit kann schwer verlaufen.
Sprich mit deinem Tierarzt, welche Impfungen und welcher Schutz für deinen Hund sinnvoll sind.
Parvovirose
Parvovirose ist eine schwere, hochansteckende Viruserkrankung. Besonders Welpen und ungeimpfte Hunde sind gefährdet. Typisch sind starkes Erbrechen, schwerer oft blutiger Durchfall, Fieber, Schwäche und schneller Flüssigkeitsverlust.
Bei Verdacht auf Parvovirose sofort tierärztlich handeln und andere Hunde schützen.
Räude und Milben
Milben können starken Juckreiz, Rötungen, Krusten, Haarausfall und Unruhe verursachen. Manche Milbenarten sind ansteckend. Wenn dein Hund sich sehr stark kratzt, kahle Stellen bekommt oder nachts kaum zur Ruhe kommt, sollte das abgeklärt werden.
Scheinträchtigkeit
Bei Hündinnen kann nach der Läufigkeit eine Scheinträchtigkeit auftreten. Manche sammeln Spielzeug, bauen Nester, wirken anhänglich oder gereizt, bekommen geschwollene Milchleisten oder produzieren Milch. Das ist hormonell bedingt, kann aber belastend sein.
Wenn deine Hündin leidet, Schmerzen zeigt oder starke Milchbildung hat, sollte der Tierarzt draufschauen.
Staupe
Staupe ist eine schwere Viruserkrankung. Sie kann Fieber, Nasen- und Augenausfluss, Husten, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder neurologische Symptome verursachen. Ein wichtiger Schutz ist die Impfung, die dein Tierarzt passend zum Hund und Lebensstil plant.
Tollwut
Tollwut ist eine tödliche Viruserkrankung und auch für Menschen gefährlich. In vielen Ländern ist der Impfschutz vor allem bei Reisen wichtig. Wenn du mit deinem Hund ins Ausland fährst, prüfe rechtzeitig Impfpass, Fristen und Einreisebestimmungen.
Reisevorbereitung beginnt nicht am Abend vor der Abfahrt.
Zwingerhusten
Zwingerhusten ist ein Sammelbegriff für ansteckende Atemwegserkrankungen. Typisch ist ein trockener, würgender Husten, oft nach Kontakt mit vielen Hunden. Häufig tritt er nach Hundeschule, Pension, Auslauf oder Veranstaltungen auf.
Husten sollte abgeklärt werden, wenn er länger anhält, sehr stark ist oder dein Hund matt wirkt.
Was du im Alltag regelmäßig kontrollieren kannst
Gesundheitskontrolle muss nicht kompliziert sein. Viele Dinge fallen beim Streicheln, Bürsten, Füttern oder Kuscheln auf. Je besser du den Normalzustand deines Hundes kennst, desto schneller merkst du Veränderungen.
Augen: klar, nicht stark gerötet, kein auffälliger Ausfluss
Ohren: kein starker Geruch, kein häufiges Kopfschütteln
Zähne: kein extremer Mundgeruch, kein starkes Zahnfleischbluten
Haut und Fell: keine kahlen Stellen, Krusten oder Parasiten
Gewicht: bei kleinen Hunden machen wenige hundert Gramm viel aus
Kot und Urin: Farbe, Häufigkeit, Geruch und Konsistenz beobachten
Vorsorge: Was Hundegesundheit wirklich stärkt
Nicht jede Krankheit lässt sich verhindern. Trotzdem kannst du viel tun, um Risiken zu senken und Probleme früh zu bemerken. Dazu gehören regelmäßige Tierarztkontrollen, passende Impfungen, Parasitenprophylaxe, Zahnpflege, gutes Futter, Bewegung, Ruhe und ein stabiles Gewicht.
Bei Orlando ist mir wichtig, nicht erst zu reagieren, wenn etwas schon groß geworden ist. Lieber einmal ruhig prüfen lassen, als tagelang mit einem schlechten Gefühl herumzulaufen.
Impfungen passend zu Alter, Risiko und Reisen planen
Zähne regelmäßig kontrollieren, besonders bei kleinen Rassen
Zecken-, Floh- und Wurmschutz individuell abstimmen
Gewicht stabil halten und Snacks ehrlich mitrechnen
Verhalten ernst nehmen: Rückzug, Unruhe oder Gereiztheit können Schmerzsignale sein
FAQ: Häufige Fragen zu Hundekrankheiten
Wie erkenne ich, ob mein Hund krank ist?
Achte auf Veränderungen im normalen Verhalten. Frisst dein Hund anders? Trinkt er mehr? Schläft er ungewöhnlich viel? Bewegt er sich steifer? Hat er Durchfall, Erbrechen, Husten, Juckreiz oder Schmerzen? Mehrere kleine Zeichen zusammen sind oft aussagekräftiger als ein einzelnes Symptom.
Wann sollte ich nicht mehr abwarten?
Nicht abwarten solltest du bei Atemnot, Krampfanfällen, starker Schwäche, Blut im Kot oder Urin, starkem Erbrechen, blutigem Durchfall, Unfall, starken Schmerzen, aufgeblähtem Bauch oder wenn dein Hund nicht mehr ansprechbar wirkt.
Sind kleine Hunde wie Chihuahuas empfindlicher?
Kleine Hunde sind nicht automatisch ständig krank. Aber sie können bei Flüssigkeitsverlust, Unterzuckerung, Kälte oder Gewichtsveränderungen schneller Probleme bekommen. Deshalb lohnt es sich, bei kleinen Hunden besonders aufmerksam zu sein.
Kann ich Hundekrankheiten selbst behandeln?
Ruhe, Wasser anbieten und den Hund beobachten kann bei leichten Beschwerden sinnvoll sein. Medikamente, Schmerzmittel oder Hausmittel solltest du aber nie ohne Rücksprache geben. Viele menschliche Medikamente sind für Hunde gefährlich.
Wie oft sollte mein Hund zur Kontrolle?
Viele erwachsene Hunde profitieren von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Bei Senioren, chronischen Erkrankungen, Zahnproblemen oder auffälligen Symptomen können kürzere Abstände sinnvoll sein. Dein Tierarzt kann das passend zu deinem Hund einschätzen.
Mein persönlicher Schlussgedanke
Hundekrankheiten von A-Z klingen erstmal nach einer langen und schweren Liste. Aber im Alltag geht es nicht darum, jede Krankheit sofort selbst zu erkennen. Es geht darum, den eigenen Hund liebevoll zu beobachten, Veränderungen ernst zu nehmen und rechtzeitig Hilfe zu holen.
Du kennst deinen Hund besser als jede Liste im Internet. Wenn dein Bauchgefühl sagt, dass etwas nicht stimmt, darfst du diesem Gefühl vertrauen. Gerade bei Hunden wie Orlando, die so viel Persönlichkeit im Alltag zeigen, merkt man oft an kleinen Dingen, wenn der Körper Unterstützung braucht.
Ruhig bleiben, genau hinsehen und im Zweifel tierärztlich fragen: Das ist oft der beste Weg.






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